Winterreifen einlagern: Keller, Garage oder Fachbetrieb?
Nach dem Wechsel auf Sommerreifen müssen die Winterreifen mehrere Monate gelagert werden. Keller, Garage oder doch der Fachbetrieb? Entscheidend ist weniger der Name des Raums als die Frage, welche Bedingungen dort herrschen.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Winterreifen sollten kühl, trocken, dunkel und mäßig belüftet lagern.
- Vor dem Einlagern müssen Reifen und Felgen gereinigt und vollständig getrocknet werden.
- Kompletträder können liegend gestapelt oder an der Felge aufgehängt werden.
- Reifen ohne Felgen werden stehend gelagert und regelmäßig etwas gedreht.
- Sonne, Feuchtigkeit, große Temperaturschwankungen und Chemikalien sind zu vermeiden.
- Fehlt zu Hause ein geeigneter Platz, übernimmt ein Fachbetrieb die Einlagerung.
Eine falsche Lagerung kann die Alterung des Reifengummis beschleunigen oder zu Verformungen führen. Mit dem richtigen Lagerort und der passenden Position bleiben die Winterreifen bis zum nächsten Reifenwechsel geschützt.
Welche Bedingungen brauchen eingelagerte Winterreifen?
Reifen sollten während der Lagerung möglichst konstanten Bedingungen ausgesetzt sein. Ideal ist ein Raum, der folgende Voraussetzungen erfüllt:
- kühl und weitgehend frei von starken Temperaturschwankungen
- trocken und mäßig belüftet
- dunkel beziehungsweise ohne direkte Sonneneinstrahlung
- frei von Kraftstoffen, Ölen, Lösungsmitteln und anderen Chemikalien
- mit ausreichendem Abstand zu Heizungen und Wärmequellen
Auch Ozon kann den Reifengummi angreifen. Es kann unter anderem in der Nähe bestimmter Elektromotoren, Generatoren oder Kompressoren entstehen. Winterreifen sollten deshalb nicht direkt neben solchen Geräten gelagert werden.
Wichtig: Im Freien sind Reifen nicht gut aufgehoben – auch dann nicht, wenn sie mit einer Plane abgedeckt werden. Witterung, UV-Strahlung, Feuchtigkeit und Temperaturschwankungen wirken dort weiterhin auf das Material ein.
Winterreifen im Keller lagern
Ein trockener und gut belüfteter Keller bietet häufig die besten Bedingungen für die Reifeneinlagerung. Die Temperatur bleibt meist vergleichsweise konstant und direkte Sonneneinstrahlung ist selten ein Problem.
Allerdings ist nicht jeder Keller automatisch geeignet. Riecht der Raum dauerhaft feucht, bildet sich Kondenswasser oder stehen die Reifen in der Nähe eines Heizkessels, einer Pumpe oder gelagerter Chemikalien, sollte ein anderer Platz gewählt werden.
Die Reifen beziehungsweise Räder sollten nicht unmittelbar auf einem verschmutzten Boden stehen. Eine saubere Unterlage, ein Reifenregal oder ein Felgenbaum schützt vor dem Kontakt mit Feuchtigkeit, Öl und anderen Stoffen.
Winterreifen in der Garage lagern
Auch eine Garage kann für die Lagerung geeignet sein, wenn sie trocken, sauber und vor direkter Sonne geschützt ist. Bei einer gut isolierten Garage bleiben Temperatur und Luftfeuchtigkeit meist stabil genug.
Problematischer sind nicht isolierte Garagen, Blechgaragen und Schuppen. Dort kann es im Sommer sehr heiß, im Winter sehr kalt und bei wechselndem Wetter feucht werden. Lagern in der Garage außerdem Benzin, Motoröl, Lösungsmittel oder Gartengeräte mit Elektromotor, sollte ausreichend Abstand zu den Reifen bestehen.
Die Garage ist daher nicht grundsätzlich schlechter als der Keller. Entscheidend sind die tatsächlichen Bedingungen über die gesamte Lagerzeit.
Winterreifen beim Fachbetrieb einlagern
Wer keinen geeigneten Lagerplatz hat oder die schweren Räder nicht zweimal jährlich transportieren möchte, kann sie bei einem Fachbetrieb einlagern lassen. Dort werden die Reifen in dafür vorgesehenen Räumen und Regalen aufbewahrt.
Beim Forstinger Reifendepot ist bei der Ein- und Auslagerung außerdem ein Sichtcheck auf erkennbare Schäden enthalten. Dadurch kann bereits vor der nächsten Saison auffallen, wenn ein Reifen Risse, Verformungen oder zu wenig Profil aufweist.
Die Einlagerung lässt sich direkt mit dem saisonalen Reifenwechsel verbinden. Der nicht benötigte Radsatz bleibt nach dem Umstecken im Depot und wird für den nächsten Wechsel wieder bereitgelegt.
Reifen vor dem Einlagern vorbereiten
Bevor die Winterreifen eingelagert werden, sollten grober Straßenschmutz und Bremsstaub mit Wasser, einem milden Reinigungsmittel und einer geeigneten Bürste entfernt werden. Bei Kompletträdern werden auch die Felgen gereinigt.
Danach müssen Reifen und Felgen vollständig trocknen. Werden noch feuchte Räder eingepackt oder gestapelt, kann sich Feuchtigkeit halten und insbesondere an den Felgen Korrosion begünstigen.
Jetzt ist auch der richtige Zeitpunkt für einen kurzen Reifencheck:
- Gibt es Risse, Beulen, Schnitte oder Fremdkörper?
- Ist das Profil gleichmäßig abgefahren?
- Reicht die Profiltiefe für die nächste Wintersaison?
- Wie alt sind die Reifen laut DOT-Nummer?
Tipp: Markiere die bisherige Position am Fahrzeug, beispielsweise „VL“ für vorne links oder „HR“ für hinten rechts. So lässt sich beim nächsten Reifenwechsel nachvollziehen, wo das Rad zuvor montiert war.
Winterreifen mit Felgen richtig lagern
Kompletträder bestehen aus Reifen und Felge. Sie können waagerecht übereinandergestapelt werden. Der Stapel sollte stabil stehen und nicht höher als ein Satz mit vier Rädern sein.
Alternativ lassen sich Kompletträder an geeigneten Wandhalterungen oder auf einem Felgenbaum lagern. Dabei wird das Gewicht von der Felge getragen.
Wichtig: Lose Reifen ohne Felgen dürfen nicht einfach an einem Haken aufgehängt werden.
Tipp: Vor der Einlagerung von Kompletträdern kann der Reifendruck um etwa 0,5 bar gegenüber dem vorgeschriebenen Betriebsdruck erhöht werden, da Reifen während der Lagerzeit langsam Luft verlieren können. Vor der nächsten Montage wird der Druck wieder nach den Vorgaben des Fahrzeugherstellers eingestellt.
Winterreifen ohne Felgen richtig lagern
Lose Reifen ohne Felgen werden hochkant und nebeneinander aufgestellt. Sie sollten während der Lagerung von Zeit zu Zeit etwas gedreht werden, damit nicht über Monate derselbe Bereich belastet wird.
Das Stapeln oder Aufhängen ist für lose Reifen weniger geeignet. Ohne Felge fehlt die stabilisierende Unterstützung, wodurch bei längerer falscher Lagerung Verformungen entstehen können.
| Lagerart | Kompletträder (mit Felge) | Lose Reifen (ohne Felge) |
|---|---|---|
| Liegend stapeln | ja, max. ein Satz mit vier Rädern | weniger geeignet |
| Aufhängen / Felgenbaum | ja, Gewicht trägt die Felge | nein |
| Stehend (hochkant) | – | ja, regelmäßig etwas drehen |
Keller, Garage oder Fachbetrieb: Was ist besser?
Ein trockener, dunkler und kühler Keller ist für die Reifenlagerung meist gut geeignet. Eine Garage funktioniert ebenfalls, wenn sie stabile Bedingungen bietet und die Reifen dort vor Sonne, Feuchtigkeit und Chemikalien geschützt sind.
Fehlt ein passender Raum oder soll der Transport der Räder entfallen, bietet sich die Einlagerung im Reifendepot an. Bei Forstinger kannst du die Einlagerung gemeinsam mit deinem nächsten Reifenwechsel online einplanen.
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